Kurztrip: Wien

Zurück in die Zukunft: Der GQ-Wochenendplan für den Kurztrip in die kaiserliche Donaumetropole zwischen Historie und Moderne

Denkt man an Wien, fallen schnell Begriffe wie Walzer, Schloss Schönbrunn oder Prater. Doch Wien bietet mehr. Wien ist mehr. Und anders. Prächtig. Traditionsverliebt. Pulsierend. In der Donaumetropole trifft Historie auf vibrierende Moderne. Wien lebt und liebt seine Vergangenheit: Monarchie und Jugendstil, die Altstadt, den Stephansdom, die prunkvolle Hofburg, das Kunsthistorische Museum, die zelebrierte Kaffeehaus-Kultur und nicht zuletzt die opulenten Bälle, allen voran der berühmte Opernball.  Doch Wien zeigt auch ein fortschrittliches Gesicht, geprägt von einer belebenden, aufstrebenden kreativen Szene: Designer, junge Künstler, das Museumsquartier in den früheren kaiserlichen Hofstallungen, das Ausstellungskomplex und urbanen Lebensraum vereint, Clubs, Cafés – neu, avantgardistisch, aber nie zu modern. Eine Kombination, die die Stadt neu definiert, sich aber ihrer Wurzeln stets besinnt.

Bewertung: 
© Hollmann Beletage
Große Bettenburg? Nein. Unser Hoteltipp ist ein kleines, elegantes und unkonventionelles Boutique-Hotel mit Charakter. Das Hollmann Beletage im 1. Bezirk verfolgt eine ganz einfache Philosophie: Jeder Gast soll sich hier wie zu Hause fühlen.
© Hollmann Beletage
Das kulinarische Pendant des Beletage, der Hollmann Salon im Heiligenkreuzerhof, verwöhnt Gäste als auch Einheimische mit regionaler, biologischer und dekorierter Küche - der Gault Millau hat den Hollmann Salon mit einer Haube ausgezeichnet. Lange Eichentafeln, Schwarzstahl und barockes Gewölbe bestimmen das Interieur des Lokals im wohl schönsten barocken Innenhof der Wiener Altstadt. Zur Auswahl steht eine kleine, dauerhafte Karte der Salon-Klassiker und eine monatlich wechselnde Auswahl von zwei 4-Gang Menüs.
© Comerc
Der minimalistisch designte Shop bietet eine feine, exquisite Auswahl an Mode- und Streetwearlabels für Damen und Herren. Natürlich inklusive Accessoires wie Schuhe, Taschen und Caps. Im Portfolio: Marken wie Sandqvist, Herschel, Essl, Eleven Paris, Sixpack, Dr. Denim, Levis, Insight, Brixton oder Supra. In der "Downspace Galerie" finden zudem das ganze Jahr über verschiedene Austellungen oder kleine Pop-up-Stores statt. Unbedingt reinschauen.
© Plachutta
Wiener Institution: Das „Gasthaus zur Oper" ist das jüngste Lokal der Tafelspitz-Dynastie Plachutta, allerdings steht hier das Wiener Schnitzel im Mittelpunkt. Im Inneren des Gasthauses sorgt eine 100 Jahre alte Holzvertäfelung für eine gemütliche Atmosphäre. Wir empfehlen vorher zu reservieren. Und eines vorweg: Ja, das Schnitzel schmeckt so ausgezeichnet wie sein Ruf.
© Arnolds
In einer ehemaligen Schneiderei und Textilhandlung findet man bei Jakub Arnold seit 2010 zwischen den originalen Wäschetrocknern und alten Schildern ganz neue Streetwear-Textilien aus aller Welt
© Anna Blau
Am malerischen Donaukanal erhebt sich ein spektakuläres, 18 Stockwerke hohes Gebäude - entworfen vom international ausgezeichneten Architekten Jean Nouvel. Einen Teil des extravaganten Towers nimmt das Designcenter Stilwerk ein. In 28 Shops findet man dort alles rund um Mode, Einrichtung und Wohndesign, vom Klassiker bis zur Avantgarde. Stoffe, Möbel, Küchen, Badeinrichtung, Leuchten, Kunst und Accessoires. Wichtig: Zeit mitbringen, um im großen Angebot nichts zu übersehen.
© Vollpension
Im Hosenlabor der Gebrüder Stitch entstehen normalerweise Jeans. Allerdings nicht irgendwelche Modelle von der Stange – sondern individuell angefertigte Maßjeans. Im Rahmen der Vienna Design Week haben die Brüder Mike und Moriz zum ersten Mal die Vollpension improvisiert. Die Idee ist simpel: "Wo gibt's die beste Mehlspeis, nicht im Sacher oder in der Kurkonditorei, sondern bei der Oma und der Tant“. Also engagierten die beiden backbegeisterte Pensionisten und verwandelten Nähmaschine und Bügeltische in ein temporäres Café mit grandiosem Charm und herrlich abgerockter Einrichtung. Wer auf der Suche nach Apfelstrudel und Kuchen der guten alten Schule ist, muss der Vollpension einen Besuch abstatten. Und kann sich dabei schon einmal Gedanken über die neue Maßjeans machen. Hinweis: Termine für eine Jeans gibt es nur von Montag bis Freitag.
© WienTourismus/Peter Rigaud
Wenn im Wiener Volkstheater der Vorhang fällt, beginnt in der Roten Bar im Obergeschoß das Nachtleben. In unmittelbarer Nähe des Naturhistorischen Museums, des Kunsthistorischen Museums und des MuseumsQuartiers beginnt mit der Saturday Club Night das Szeneprogramm unter edlen Kronleuchtern in einer der aufregendsten Locations der Stadt. Ein Wohnzimmer in Marmor und Samt.
© WienTourismus/Karl Thomas
Angesichts seiner Lage im Architekturzentrum Wien (im MuseumsQuartier) gehört beim Café-Restaurant Corbaci hochwertige Architektur zum Pflichtprogramm. Die französischen Architekten Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal betrachten intelligenten Umgang mit geringem Materialaufwand als ihre Philosophie – und haben diese mit dem Corbaci stringent verwirklicht. Die von der türkischen Künstlerin Asiye Kolbai-Kafalier gestaltete Mosaikdecke bildet einen passenden Kontrast zum Minimalismus der übrigen Architektur. Top: das Preis-/Leistungsverhältnis der monatlich wechselnden Speisekarte (darauf Gerichte wie Schweinsbraten im frühroten Veltliner mit Brezelknödel und Rettichsalat oder Gebratener Saibling mit Erdäpfeldalken und Honig-Senfgurken). Hier lässt sich zu fairen Preisen ausgezeichnet dinnieren

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